Parkgebühren für Motorroller

Parkgebühren für Motorroller? Manchmal muss man sich auch etwas gönnen!

Eigentlich ist es ein Thema, zu dem ich im Blog gar nicht groß Stellung beziehen wollte.

Seit vielen Wochen wird in den sozialen Medien teilweise gnadenlos gegen Parkplatzgebühren für Zweiräder wie Motorroller und Motorräder gewettert. Besonders der Fähranleger Lühe in Niedersachsen sorgt immer wieder für Diskussionen.

Da wird mit Boykott gedroht und es werden jede Menge Argumente gegen die Gebühren ins Feld geführt.

Das mag für jeden einzelnen Zweiradfahrer mehr oder weniger nachvollziehbar sein. Letztlich muss jeder selbst entscheiden, ob er bereit ist, für einen Parkplatz zu bezahlen oder nicht. Aber es gibt auch kostenfreie Alternativen.

Ein weiterer kostenpflichtiger Hotspot für Motorroller- und Motorradfahrer ist der Hafen Kollmar. Auch dort gibt es die gleichen Diskussionen unter Bikern.

Ich möchte mich an dieser Stelle aber gar nicht mit all den Gegenargumenten beschäftigen.

Ich möchte einfach einmal meinen persönlichen Gedanken freien Lauf lassen.

Unser Hobby ist nun einmal nicht kostenlos

Mein Hobby ist das Motorrollerfahren und die Rollercommunity in Schleswig-Holstein und den angrenzenden Bundesländern.

Im Jahr fahre ich durchschnittlich rund 10.000 Kilometer mit meinem Roller. Der trinkt fleißig Benzin, braucht Reifen, Verschleißteile und seine Inspektionen sind auch nicht gerade ein Sonderangebot.

Und warum mache ich das?

Einfach aus Freude an meinem Hobby!

Über das Jahr verteilt fahre ich dabei natürlich auch verschiedene bekannte Treffpunkte für Motorrad- und Rollerfahrer an. Und wenn dort eine entsprechende Infrastruktur vorhanden ist, benutze ich sie auch.

Gepflegte Anlagen, vernünftige Parkmöglichkeiten, Toiletten und gastronomische Angebote fallen schließlich nicht vom Himmel.

Kostenlos ist nicht automatisch besser

Ein kostenloses Beispiel möchte ich an dieser Stelle einmal ausdrücklich negativ hervorheben: den Zollenspieker Fähranleger.

Dort steht für die vielen Besucher ein einsames Dixi-Klo. Und dessen Zustand ist nicht immer etwas, woran man sich später gerne erinnert. Auf der anderen Elbseite in Hoopte sieht es mit der sanitären Infrastruktur auch nicht gerade üppig aus.

Kostenlos? Ja.

Aber ist das deshalb besser?

Für mich nicht.

Ich bin durchaus bereit, neben den vielen hundert Euro, die ich jedes Jahr für Benzin, Wartung und mein Hobby ausgebe, auch etwas für eine vernünftige Infrastruktur zu bezahlen.

Wenn dabei über ein ganzes Jahr vielleicht 100 Euro zusammenkommen, kann und möchte ich mir das leisten.

Oder anders gesagt:

Das gönne ich mir!

Wer soll es eigentlich bezahlen?

Ein weiteres Beispiel ist für mich das Coffee to Fly in Hamburg.

Auch dort kann man kostenlos parken. Extra Motorradparkplätze gibt es nicht und die gesamte Anlage einschließlich der Toiletten hat aus meiner Sicht schon bessere Zeiten gesehen.

Gleichzeitig sieht man dort immer wieder Besucher, die gar nichts vor Ort kaufen. Manche bringen ihre eigenen Getränke oder Lebensmittel mit, setzen sich damit auf die für die Gäste des Cafés bereitgestellten Sitzgelegenheiten und benutzen selbstverständlich auch die Toiletten.

Aber irgendjemand muss diese Toiletten reinigen.

Irgendjemand muss die Sitzgelegenheiten instand halten.

Irgendjemand muss Müll entsorgen und die Anlage pflegen.

Der Betreiber soll das alles bezahlen – für lau?

Ist das wirklich fair?

Parkgebühren für Zweiräder sind übrigens nichts Ungewöhnliches

Grundsätzlich gelten Parkregelungen in Deutschland auch für Motorräder und Motorroller. Ist ein Parkplatz gebührenpflichtig und gibt es keine besondere Ausnahme für Zweiräder, müssen auch wir bezahlen.

Am Lühe-Anleger werden aktuell für Motorräder 60 Cent je angefangene halbe Stunde beziehungsweise 3,60 Euro für ein Tagesticket verlangt.

Am Hafen Kollmar werden derzeit 3 Euro pro Tag für Pkw und Motorräder angegeben.

Natürlich kann man darüber diskutieren, ob jede Gebühr angemessen ist. Und selbstverständlich sollte ein Motorroller, der erheblich weniger Platz benötigt als ein Auto, bei der Gestaltung von Gebühren berücksichtigt werden.

Aber für mich gibt es einen entscheidenden Unterschied:

Ich bezahle nicht gerne fürs bloße Herumstehen. Für einen guten Treffpunkt mit vernünftiger Infrastruktur bin ich dagegen durchaus bereit, ein paar Euro auszugeben.

Mein Fazit

Wir geben viel Geld für unsere Motorroller und Motorräder aus.

Wir bezahlen für Benzin, Reifen, Inspektionen, Zubehör, Versicherungen und manchmal Dinge, die wir eigentlich überhaupt nicht brauchen – aber unbedingt haben wollen.

Und dann beginnt wegen zwei oder drei Euro Parkgebühr der große Aufstand?

Das muss jeder für sich selbst entscheiden.

Ich persönlich fahre lieber einen gepflegten Treffpunkt mit vernünftigen Parkmöglichkeiten, Gastronomie und einer sauberen Toilette an und bezahle dafür ein paar Euro, als irgendwo kostenlos zu stehen und mich anschließend über die Zustände zu ärgern.

Dabei interessiert mich gar nicht, ob und wohin die jeweiligen Parkgebühren von Kommunen oder Betreibern tatsächlich fließen. Ich stelle lediglich für mich fest: Dort, wo an den von mir besuchten Treffpunkten Gebühren verlangt werden, finde ich in der Regel auch eine vernünftige Infrastruktur vor. Gepflegte Anlagen, ordentliche Parkmöglichkeiten und saubere Toiletten sind mir persönlich ein paar Euro wert.

Ob die Gebühr genau dafür verwendet wird? Keine Ahnung – und für meine persönliche Betrachtung spielt das auch keine Rolle.

Denn manchmal muss man sich eben auch etwas gönnen.

Zum Beispiel eine saubere Toilette.

Man geizt ja sonst auch nicht!

Schreibt mir Eure Meinung gerne in den Kommentaren. Ich freue mich drauf!

Ein Kommentar zu „Parkgebühren für Motorroller“

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