Roller-Blog

Kein Großrollertreffen 2026

Absage Großrollertreffen 2026

Als ich 2024 mit den Alster-Rollern das erste Großrollertreffen am Schaalsee geplant habe, kamen insgesamt 25 Motorroller zusammen.

Ich fand, das war bereits ein ansehnlicher Erfolg: ein lockeres Treffen, entspanntes Beieinandersein, Menschen und Roller kennenlernen – einfach eine gute Zeit haben.

Weil genau diese Lockerheit so gut funktioniert hat, habe ich gemeinsam mit den Rollerfreunden Prignitz und Kasi on Tour für 2025 ein weiteres Großrollertreffen geplant.

Dank der tatkräftigen Unterstützung vieler Beteiligter wurde es deutlich größer. Nicht alles lief perfekt – aber 65 Motorroller sprechen für sich.

Getragen von diesem Erfolg und der positiven Stimmung lag der Gedanke nahe, das Ganze 2026 noch einmal zu toppen.

Gleichzeitig kamen bei mir – und bei uns als Beteiligte – erste ernsthafte Bedenken auf, insbesondere in Bezug auf die Haftung, wenn man offiziell als Organisator auftritt.

Ich habe mich intensiv informiert und das Thema nüchtern betrachtet.

Mein Fazit ist eindeutig:
Das Risiko, im Ernstfall in Haftung zu geraten, die Vielzahl notwendiger Absicherungen, vorbeugender Maßnahmen und die damit verbundenen Kosten stehen für mich nicht mehr im Verhältnis zu dem, was dieses Treffen eigentlich ausmachen soll – nämlich Freude, Begegnung und gelebte Motorrollerkultur.

Wir sind keine Vereine, keine professionellen Veranstalter, sondern Menschen, die Motorroller fahren, sich austauschen und gemeinsam unterwegs sein wollen.

Aus diesen Gründen wird es von meiner Seite kein offenes Großrollertreffen 2026 geben.

Ich hoffe auf euer Verständnis.
Wir sehen uns auf Tour. 🛵

Der Winter ist vorbei – die Schlaglöcher bleiben

Der Frühling beginnt, die Roller kommen wieder auf die Straße. Doch wer derzeit durch Schleswig-Holstein fährt, merkt schnell: Viele Straßen haben den Winter nicht überstanden.

Risse im Asphalt, aufgebrochene Fahrbahnen und tiefe Schlaglöcher sind derzeit keine Ausnahme, sondern vielerorts Alltag.

Was für Autofahrer meist nur ein unangenehmes Rumpeln ist, kann für Motorrollerfahrer schnell gefährlich werden.

Der Schaden entsteht nicht im Frühjahr – sondern im Winter

Das Problem ist technisch eigentlich banal.

Wasser dringt in kleinste Risse im Asphalt ein. Kommt Frost, gefriert das Wasser und dehnt sich aus. Der Asphalt wird von innen gesprengt.

Taut es wieder, rollen Fahrzeuge über diese geschwächten Stellen. Der Asphalt bricht auf.

Das Ergebnis kennen wir alle:

  • Schlaglöcher
  • aufgeplatzte Asphaltkanten
  • abgesackte Fahrbahnen
  • lange Risse im Straßenbelag

Nach mehreren Frost-Tau-Phasen summiert sich das schnell zu einem massiven Problem.

Und genau das sehen wir jetzt wieder überall.

Für Autos ein Ärgernis – für Roller ein Risiko

Motorroller reagieren deutlich sensibler auf solche Straßenschäden.

Viele Roller fahren mit 12- bis 15-Zoll-Rädern.
Trifft so ein Rad eine scharfe Asphaltkante, reagiert das Fahrwerk sofort.

Was ein Auto einfach „wegfedert“, kann beim Roller schnell Unruhe ins Fahrzeug bringen.

Besonders kritisch: Schlaglöcher im falschen Moment

Gefährlich wird es vor allem in drei Situationen.

Kurven

Trifft das Vorderrad in Schräglage ein Schlagloch, kann der Roller sofort instabil werden.

Wassergefüllte Löcher

Viele Schlaglöcher sind im Frühjahr mit Wasser gefüllt.
Sie wirken harmlos – können aber mehrere Zentimeter tief sein.

Schattenbereiche

Unter Bäumen oder an Knicks sind Schäden oft schlecht zu erkennen.
Man sieht das Loch erst, wenn es zu spät ist.

Schäden am Roller sind keine Seltenheit

Neben der Sturzgefahr kommen auch technische Schäden hinzu.

Typische Folgen nach einem harten Schlaglochkontakt sind:

  • verbogene Felgen
  • beschädigte Reifenflanken
  • ausgeschlagene Radlager
  • defekte Stoßdämpfer
  • beschädigte Variomatiklagerungen
  • lockere oder ausgeschlagene Fahrwerksbuchsen

Gerade bei schweren Maxi-Scootern wirkt enorme Energie auf das Fahrwerk.

Ein tiefes Schlagloch kann hier schnell mehrere hundert Euro Schaden verursachen.

Schleswig-Holstein hat ein strukturelles Problem

Wer regelmäßig unterwegs ist, erkennt ein Muster.

Besonders betroffen sind:

  • ältere Landstraßen
  • Nebenstrecken
  • ausgefahrene Fahrbahnränder
  • mehrfach geflickte Straßen

Dazu kommt noch ein zweites Problem: Winterstreusplitt.

Der liegt vielerorts noch auf der Straße und macht das Fahren zusätzlich unangenehm.

Splitt plus Schlagloch ist für Zweiräder eine denkbar schlechte Kombination.

Was Rollerfahrer jetzt tun können

Ganz vermeiden lassen sich diese Straßen leider nicht. Aber man kann das Risiko reduzieren.

Ein paar einfache Punkte helfen:

Vorausschauend fahren
Den Blick weit nach vorne richten. Schäden erkennt man oft früh.

Abstand halten
Autos verdecken Schlaglöcher.

Locker am Lenker bleiben
Ein verkrampfter Griff überträgt jeden Schlag direkt ins Fahrwerk.

Tempo anpassen
Gerade auf unbekannten Strecken lohnt sich ein bisschen Reserve.

Wer jetzt wieder unterwegs ist, sollte den Straßenbelag genau im Blick behalten.

Denn manchmal ist nicht der Verkehr das Problem. Sondern einfach nur ein Loch im Asphalt.

Fazit Hamburger Motorradtage 2026

Die Erwartungen waren sehr hoch an die „Hamburger Motorradtage“, sprich HMT. Und sie wurden vollständig enttäuscht!

Einzig die Royal-Alloy und die drei Zontes-Modelle konnten uns – neun Alster-Roller an der Zahl – ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

Acht & Mirko!

Roller König aus Hamburg hatte von Aprilia auch nur die kleinen und schwachen Modelle vor Ort.

Suzuki können wir mit seinem „leistungsstarken“ Angebot nur ein müdes Lächeln schenken.

Danach war Schluss mit dem Lächeln bezüglich Motorroller, und wir verstehen teilweise, warum es Motorradtage heißt …

Peugeot und Piaggio fehlten komplett mit ihrer gesamten Zwei- und Dreiradpalette. Aber auch Kymco und SYM haben den Weg in den Norden genauso wenig gefunden wie z. B. Italjet mit seinen neuen Modellen.

Und zu guter Letzt mieden auch Honda und Yamaha ebenfalls die Hansestadt. Gerne hätten wir uns noch einmal die Forza 750 oder den neuen TMAX 560 aus der Nähe gesehen.

BMW haben wir bewusst ausgelassen, die Modelle kennt man zur Genüge.

Can-Am haben wir uns mal angeschaut, war aber nun so gar nicht unser Ding. Ein Auto bzw. Quad mit drei Rädern ist einfach nicht so unsere Sache. Und für den Preis bekommst Du bei Honda Fuchs eine dreirädrige Gold Wing, die wirklich etwas hermacht.

Unser Fazit: Geh mit den richtigen Leuten dahin, dann hat man trotzdem Spaß. Aber wer als Motorroller-Enthusiast auf seine Kosten kommen möchte, muss sich nach anderen Messen umsehen.

Es hätte so schön sein können im Rollerhimmel – es sollte nicht sein.

Hamburger Rollerfreunde müssen woanders Ausschau halten. Mal sehen, vielleicht gibt es nächstes Jahr auf der HMT 2027 endlich die Vorjahresmodelle zu sehen…

Das hätte es sein können: Neue Roller 2026

Der Rollermarkt 2026 wird spannend

Die Spatzen pfeifen es von den Dächern! Neue Motorroller ab 350 ccm stehen dieses Jahr bereit. Vor allem die Chinesen lassen ihre Muskeln und ihre Kompetenz spielen.

Wer jedes Jahr hunderttausende Motorroller verkauft, der hat einfach Erfahrung. Ob uns das nun in Europa gefällt oder nicht. Und wir haben nur Glück, dass die „Chinakracher“ hier kein vernünftiges Vertriebsnetz hinbekommen.

Aber auch die Taiwaner Sym und Kymco bringen neue, kräftige Motorroller an den Start. Italien erwacht ebenfalls, daher werden sich die Platzhirsche wie Yamaha und Honda warm anziehen müssen.

Hier ein kleiner, selektiver und nicht vollständiger Überblick, passend zum Saisonstart in wenigen Wochen. Und ich bin mir sehr sicher, diese Teile werden wir NICHT in Hamburg auf der HMT sehen:

Roller zwischen Vernunft, Prestige und Exotik – Aprilia, Voge, SYM, Kymco, Zontes & Italjet im Überblick

Der Markt wird größer, stärker, schwerer. Was früher klar als 300er- oder 400er-Mittelklasse durchging, kratzt heute an 50 oder sogar 70 PS. Mehr Hubraum, mehr Ausstattung, mehr Technik.

Aber die entscheidende Frage bleibt: Wie viel Roller braucht man wirklich – und was passt zum Alltag?

Aprilia SR 400 GT – Der Sweet Spot

Für mich bleibt die Aprilia der Mittelpunkt dieses Feldes. Nicht, weil sie die stärkste ist. Sondern weil sie das stimmigste Gesamtpaket liefert.

Rund 36 PS aus einem Einzylinder. Sportliche Linie. Erwachsenes Fahrwerk. Keine Übertreibung.

Sie ist kein Prestigeobjekt. Kein Exot. Aber sie ist ehrlich – und genau das macht sie stark.

Man kann mit ihr pendeln, Landstraße fahren, auch mal Autobahn.
Sie verlangt nichts Besonderes vom Fahrer.

Voge SR 450 X – Spannend, aber mit Gewicht

Die Voge ist konzeptionell reizvoll: Zweizylinder, 42 PS, 17-Zoll-Vorderrad, Adventure-Anleihen.

Mehr Laufruhe. Mehr Stabilität. Mehr „Erwachsenen-Gefühl“.

Aber: Gewicht.

Und bei einem Roller zählt Rangierbarkeit. Hier kippt Begeisterung schnell in Respekt.

Wäre sie leichter und in Deutschland problemlos verfügbar, könnte sie ganz oben landen. So bleibt sie interessant – aber mit Fragezeichen.

Italjet Roadster 400 – Charakter vor Vernunft

Der Roadster ist mutig. 41 PS, auffälliges Design, sichtbare Technik.
Er will gesehen werden.

Das ist nicht falsch. Es ist nur eine andere Motivation.

Im Alltag ist er spezieller. Emotional stärker als rational.
Wer genau das sucht, wird ihn lieben.

SYM TTLBT 508 – Touring als Konzept

508 Kubik, knapp 46 PS, integriertes Koffersystem, Fahrmodi, Tempomat, Heizgriffe, elektrisch verstellbare Scheibe.

Das ist kein sportlicher Spielroller. Das ist ein Langstreckenwerkzeug.

Sachlich sehr stark. Voll ausgestattet. Aber mit über 240 Kilo auch klar positioniert.

Hier geht es um Strecke – nicht um Leichtigkeit.

Kymco AK 575 Premium – Premium mit Kraft

574 Kubik. 52 PS. 56 Nm.

Der AK ist kein Kompromissroller. Er ist ein Kraftpaket mit hochwertigem Aufbau, viel Elektronik und klarer Premium-Ausrichtung.

Beeindruckend? Ja.
Handlich? Relativ.

Er fühlt sich eher wie ein verkleidetes Motorrad mit Durchstieg an als wie ein klassischer Roller.

Zontes 552 – Viel Technik fürs Geld?

531 Kubik, rund 51 PS, reichlich Ausstattung.

Die Zontes klingt auf dem Papier stark. Elektrische Scheibe, große Tanks, moderne Optik.

Spannend – aber sie muss sich erst noch beweisen. Langzeiterfahrung entscheidet hier.

Italjet Dragster 700 Twin – Die Eskalation

Und dann kommt der Dragster.

700 Kubik. Rund 70 PS. Das ist keine Vernunftentscheidung mehr.

Das ist Leidenschaft. Exotik. Emotion.

Für Liebhaber großartig. Für den klassischen Rolleralltag? Eher nicht.

Klare Linie

Je stärker, schwerer und größer die Roller werden, desto weiter entfernen sie sich vom ursprünglichen Roller-Gedanken. Meine Meinung!

Und genau deshalb bleibt die Aprilia SR 400 GT mein Favorit.

Sie ist:

  • stark genug
  • leicht genug
  • sportlich genug
  • alltagstauglich genug

Sie versucht nicht, ein Motorrad zu sein.
Und das ist vielleicht ihre größte Stärke.

Modell Leistung Motor Gewicht (ca.) Charakter
Aprilia SR 400 GT ~36 PS Einzylinder ~200 kg* Sportlicher Allrounder (Sweet Spot)
Voge SR 450 X ~42 PS Zweizylinder >210 kg* Souverän, aber gewichtsthematisch
Italjet Roadster 400 ~41 PS Einzylinder ~190 kg* Design-Statement / Show
SYM TTLBT 508 ~46 PS Zweizylinder 241 kg Touring-Werkzeug
Kymco AK 575 Premium ~52 PS Zweizylinder 238 kg Premium-Kraftpaket
Zontes 552 ~51 PS Zweizylinder ~230 kg* Ausstattungs-Angriff
Italjet Dragster 700 Twin ~70 PS Zweizylinder ~200 kg* Exotische Eskalation

* Gewichte mit Stern sind grobe Richtwerte.

Was meint Ihr denn, wo geht die Reise bei den Rollern hin? SUV Styling macht alle Roller gleich. Oder dann doch back to the roots und eine Vespa?

Ich freue mich auf Eure Kommentare und Meinungen!

Mein WhatsApp Kanal

Seit fast zwei Jahren betreibe ich zusätzlich einen WhatsApp-Kanal.
Und ja – mühsam nährt sich das Eichhörnchen.

Aber ich mache weiter. Ganz bewusst.

Denn am Ende ist es egal, ob 30, 300 oder 3.000 Menschen mitlesen.
Treffpunkt-Motorroller informiert über neue Clubs, Touren und Entwicklungen – mit einem klaren Schwerpunkt auf Schleswig-Holstein und dem Norden.

Mir ist dabei wichtig, niemanden zuzuballern.
Ich poste nicht alles, was mir gerade unter die Tastatur kommen könnte, sondern nur das, was aus meiner Sicht relevant und interessant ist.

Wenn euch Treffpunkt-Motorroller gefällt und ihr nichts verpassen möchtet:
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Schön, wenn ihr dabei seid. 🛵

Der Norden rollert.

Rollerclubs im Norden – ein persönlicher Streifzug

Mein erster Club, die Alster-Roller, sind zuhause im Süden Schleswig-Holsteins – oder im Norden Hamburgs. Kommt ganz drauf an, aus welcher Richtung man gerade anrollt … 😉

Mein zweiter Club war der Honda-Helix-Club-Nord, mit seinem Schwerpunkt rund um Mölln und Ratzeburg. Mit ihnen habe ich meine erste große Ausfahrt erlebt – fast 20 Roller auf einen Streich! Diese Masse an Motorrollern hat mich total geflasht und regelrecht in ihren Bann gezogen.

Danach kam der nächste Schritt: die Rollerfreunde Hamburg, ein Club, der vor allem im Süden der Hansestadt unterwegs ist. Leider kamen wir nicht zusammen. Aber auch sie gehören zu den festen Größen in der norddeutschen Rollerszene.

Alle drei Clubs – Alster-Roller, Helix-Club und Rollerfreunde Hamburg – sind schon lange dabei. Sie haben die vergangenen Jahre überdauert, sich weiterentwickelt und wirken heute vitaler denn je. Viele andere Gruppen hingegen sind verschwunden – schade, aber auch ein Ansporn, bestehende Strukturen zu stärken.

Wer durch Schleswig-Holstein cruist, weiß: An Bauerncafés führt kein Weg vorbei! Und ein Club hat das gleich zum Programm gemacht: die Rollerfreunde Käffchentourer – sie dürften jedes Café zwischen Nord- und Ostsee kennen. 😄

Doch auch neue Clubs bereichern inzwischen die Szene:

  • Die MP3-Verrückten aus dem Norden Hamburgs widmen sich voll und ganz den dreirädrigen Rollern.
  • In Neumünster sind die Rollerpossis zuhause – mit kleinerem Hubraum, aber mindestens genauso viel Fahrspaß!

Blickt man ein Stück weiter nach Niedersachsen, sticht sofort der Rollerclub 2000 ins Auge. Auch hier blickt man auf eine langjährige Gemeinschaft zurück.
Hinzu kommen die Rollerfreunde Rotenburg, die Rollerfreunde Syke und natürlich die traditionellen Leonardo-Rollerfreunde Bremen – alle mit treuen Mitgliedern und hohem Wiedererkennungswert.

Ein Stück weiter südlich, aber immer noch im Norden, rollen die Lüneburger Rollerfahrer durchs Land. Und wer sich bis in den Harz wagt, trifft dort auf die sympathischen Rollerfreunde Harz.

All diese Clubs – und hoffentlich noch viele mehr, die ich nicht alle namentlich erwähnt habe – bilden gemeinsam eine lebendige, vielfältige Rollerszene im Norden. Ich bin dankbar, ein Teil davon zu sein und mich aktiv einbringen zu dürfen.

Und zum Schluss ein kleiner Abstecher gen Osten – nach Brandenburg:
Dort heißen dich die Rollerfreunde Prignitz herzlich willkommen!

Danke an euch alle – für euer Engagement, eure Begeisterung und eure Liebe zum Motorroller!

Kuchen geht immer…

Egal, wie ungemütlich das Wetter draußen gerade ist – im Café ist es meist kuschelig.

Und wenn dazu noch Tortenträume serviert werden, rückt die Welt ganz von selbst wieder an ihren Platz.

Draußen darf es ruhig stürmen, regnen oder toben. Hier drinnen ist Zeit. Und Ruhe.

Auf meinen Rollertouren habe ich im Laufe der Jahre so manche kleine Perle entdeckt. Orte, die man nicht sucht – sondern findet. Und wenn es das Wetter einmal nicht anders zulässt, dann macht auch die Anfahrt mit dem Auto Freude. Der Weg zählt.

Und weil meine Liebe nicht nur dem Roller, sondern auch gutem Eis und feinem Kuchen gilt, habe ich für alle Gleichgesinnten eine eigene Seite aufgebaut.

Für Genießer. Für Entdecker. Für Menschen, die wissen, dass ein guter Moment manchmal einfach nach Vanille, Sahne und einem warmen Platz schmeckt.

– Kuchen – Kuchen – Torten – Torten – Kuchen – Kuchen – Torten – Torten –

Verkaufszahlen Motorroller 2025

Die Zweiradbranche in Deutschland steckt in einer Krise. Die Zahlen sind eindeutig, die Händler schließen, der Rückgang von über 35 Prozent lässt sich nicht wegdiskutieren. Gleichzeitig ist es zu einfach, die Verantwortung ausschließlich bei „dem Markt“ oder „den Kunden“ abzuladen. Die Wahrheit liegt – wie so oft – dazwischen. Und sie ist für beide Seiten unbequem.

Auf der einen Seite steht eine Branche, die sich preislich und strategisch zunehmend von ihrer Basis entfernt hat. Führerscheine sind teuer geworden, Neufahrzeuge bewegen sich in Regionen, die für viele Fahrer nicht mehr realistisch sind. Modellpolitik und Marketing richten sich häufig an Idealbildern aus, nicht an dem, was draußen tatsächlich gefahren wird. Wer das ignoriert, darf sich über Kaufzurückhaltung nicht wundern.

Auf der anderen Seite stehen wir Fahrer. Erfahrener, kritischer, rationaler als früher – und deutlich investitionsärmer. Viele von uns fahren aus Überzeugung das, was sie haben. Das ist nachvollziehbar, vernünftig und persönlich absolut legitim. Für einen Markt jedoch, der von Innovation, Entwicklung und Vertrieb lebt, ist dieses Verhalten auf Dauer nicht tragfähig.

Hinzu kommt der Blick nach Fernost. Technisch haben chinesische Hersteller längst aufgeholt. Ausstattung, Leistung und Preis sind konkurrenzfähig, teilweise sogar richtungsweisend. Doch ohne verlässliche Vertriebs- und Servicenetze bleibt Vertrauen auf der Strecke – und damit der Durchbruch. Auch hier gilt: Angebot allein schafft noch keinen Markt.

Der Kern des Problems ist kein einzelner Faktor, sondern ein gegenseitiger Stillstand. Die Branche wartet auf kaufwillige Kunden, die Kunden warten auf bezahlbare, glaubwürdige Angebote. Beide Seiten sichern sich ab – und blockieren sich damit gegenseitig.

Die Wahrheit lautet deshalb:
Der Markt braucht wieder Nähe. Nähe zu den realen Fahrern, ihren Bedürfnissen, ihrem Budget – und ihrem Vertrauen.
Und wir Fahrer müssen akzeptieren, dass Leidenschaft allein keine Händler, keine Werkstätten und keine Weiterentwicklung finanziert.

Wenn sich etwas bewegen soll, müssen sich beide Seiten bewegen. Nicht radikal, nicht blind – aber ehrlich.

Denn eines ist sicher:
Ein Markt, der nur noch verwaltet wird, stirbt.
Und eine Szene, die nur noch bewahrt, ebenfalls.

7 Jahre Treffpunkt Motorroller

Und wieder über 10.000 Kilometer mehr auf der Uhr…

Das erste Highlight des Jahres war der MoGo Lübeck 2025 Ende April.
Gemeinsam mit den Alster-Roller und Kasi on Tour haben wir über 50 Großroller auf die Straße gebracht. Das Wetter war auf unserer Seite – so soll es sein!

Das zweite dicke Ding war dann das gemeinschaftlich organisierte Großrollertreffen am 11. Mai am Schaalsee. Neben Treffpunkt-Motorroller.de waren auch die Rollerfreunde Prignitz und Kasi on Tour beteiligt. Zusammen haben wir das Treffen zu einem vollen Erfolg gemacht – über 65 Großroller sprechen für sich! Für das nächste Jahr haben wir drei Orgas schon neue Ideen.

Nummero drei: unsere Vier-Tages-Tour mit den Alster-Rollern ins Weserbergland, ins Hotel Löwenherz. Zwölf Rollerverrückte gaben alles – Fahrspaß pur!

Doch das war noch längst nicht alles:
Die Alster-Roller feierten im Juni ihr 15-jähriges Bestehen. Chapeau!

Auch meine Freunde aus der Prignitz waren zu Besuch in Schleswig-Holstein – ein wunderbarer Ausflug. Und sie haben schon angekündigt, wiederzukommen!

Meine Touren zum Selenter See waren zwar oft von Regen begleitet, aber die Strecke ist jedes Mal die Fahrt wert. Genauso wie all die anderen kleinen Touren, die ich allein, in kleiner Runde oder zu zweit gefahren bin – etwa mit Christopher nach Boltenhagen.

Zwischendurch habe ich hier im Blog immer wieder meine Meinung zur Motorroller-Community kundgetan.

Und dann kam der traurigste Moment des Jahres:
Am 15. Oktober verstarb Andrea – viel zu früh, viel zu schnell.

Nicht nur in ihrem Sinne werde ich weitermachen, sondern für alle Motorroller-Verrückten, die Spaß an diesem großartigen Hobby haben.

Zum Schluss möchte ich noch eines sagen – weil es mich einfach freut:
All die Stinkstiefel des letzten Jahres haben dieses Jahr keine Rolle mehr gespielt. Sie haben der Szene zwar Schaden zugefügt, sie dadurch aber auch stärker gemacht. Heute spielen sie keine Rolle mehr – und das ist gut so.

Und 2026?
Da wird noch einiges passieren. Bleibt gespannt und neugierig!

Euer Uwe

Andrea, Danke!

Es gibt Menschen, mit denen verbringt man nicht viel Zeit.

Andrea und ich hatten etwas über ein Jahr – mehr nicht. Und doch hat sie tiefe Spuren in mir hinterlassen.

Andrea war eine Naturgewalt: groß, kräftig und voller Gefühl.

Und dann kommt da so ein Arschloch um die Ecke – namens Krebs. Ein richtig mieses Arschloch: Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Im September 2024 haben wir angefangen, über das zu sprechen, was da kommen wird.

Schon dieser erste Tag – beim Eis in der Eis-Liebe und unsere Fahrt nach Bad Segeberg an den See – war groß und emotional.

Eine ihrer Fragen damals war, ob man sie vergessen wird. Ich konnte schon da sagen: Niemand wird vergessen. Und dass es im Herzen mehr als einen Platz geben kann.

Es folgten Monate voller Mut und Zuversicht, aber auch Rückschläge – und schließlich unser letztes Gespräch. Bei Andrea im Krankenhaus.

Ich hatte mir Zeit genommen, keine weiteren Termine an diesem Tag.
Wir sprachen über fünf Stunden. Andrea erzählte mir aus ihrem Leben – wild, bewegt, verletzt. Von Liebe, Erfüllung und dem Danach.

Ich war tief bewegt von ihrer Klarheit und ihrem Mut. Von ihrem großen Herzen.

Nach unserem Gespräch schrieb ich zwei Songs: einen über Andrea, ihr Leben und ihre beiden großen Leidenschaften – Angeln und Motorroller – und einen über unser Thema am Krankenbett: Dass wir auf der anderen Seite wiedersehen, wen wir hier geliebt haben – und wer uns hier geliebt hat.

Und dann kam die Nachricht am 15.10.2025: „Andrea ist friedlich im Kreise ihrer Lieben eingeschlafen.“

Gute Reise, Andrea – wir werden uns wiedersehen!